Ab und zu verliert der WLAN-Stick eines Raspberry Pi seine IP-Adresse – obwohl sie ausdrücklich statisch vergeben wurde. Schuld ist der Dienst ifplugd. So lässt sich das Problem beheben.
Gilt für ältere Systeme: Diese Anleitung stammt aus dem Jahr 2014 und betrifft Raspbian-Versionen, die
ifplugdverwenden. Aktuelle Versionen von Raspberry Pi OS (ab „Bookworm“) verwalten das Netzwerk mit dem NetworkManager – Hinweise dazu stehen am Ende des Beitrags.
Ursache
Der Dienst ifplugd überwacht die Netzwerkschnittstellen und schaltet sie bei Bedarf ein oder ab. Beim WLAN-Interface arbeitet er nicht zuverlässig und wirft dabei die statische IP-Adresse über Bord.
Lösung: ifplugd nur noch für LAN verwenden
Der Fehler lässt sich umgehen, indem ifplugd nur noch für die kabelgebundene Schnittstelle eth0 zuständig ist. Dazu die Datei /etc/default/ifplugd bearbeiten:
sudo nano /etc/default/ifplugd
Standardmäßig steht dort:
INTERFACES="auto"
HOTPLUG_INTERFACES="all"
ARGS="-q -f -u0 -d10 -w -I"
SUSPEND_ACTION="stop"
Ändere die ersten beiden Zeilen so, dass nur noch eth0 überwacht wird:
INTERFACES="eth0"
HOTPLUG_INTERFACES="eth0"
ARGS="-q -f -u0 -d10 -w -I"
SUSPEND_ACTION="stop"
Nach einem Neustart behält das WLAN-Interface seine statische Adresse.
Und bei aktuellen Raspberry Pi OS-Versionen?
Seit Raspberry Pi OS „Bookworm“ übernimmt der NetworkManager die Netzwerkverwaltung, ifplugd spielt keine Rolle mehr. Eine statische Adresse für das WLAN wird dann mit nmcli gesetzt. Zuerst den Namen der WLAN-Verbindung ermitteln:
nmcli connection show
Dann die Adresse festlegen (Verbindungsname und Adressen an das eigene Netz anpassen):
sudo nmcli connection modify "preconfigured" ipv4.method manual \
ipv4.addresses 192.168.1.50/24 ipv4.gateway 192.168.1.1 ipv4.dns 192.168.1.1
sudo nmcli connection up "preconfigured"
Die ursprüngliche Lösung habe ich bei sirlagz.net gefunden (englisch).

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