Lohnt sich Werbung in der NRWZ, der Online-Zeitung im Landkreis Rottweil, auch für Kleinstunternehmer? Ich habe zwei Anzeigenformate jeweils eine Woche lang ausprobiert. Hier sind meine Erfahrungen mit Platzierung, Statistik und Klickzahlen.
Stand: September 2022. Preise, Werbeformate und die Darstellung der NRWZ-Website beziehen sich auf meine Buchungen im Spätsommer 2022 und können sich inzwischen geändert haben.
Die Ausgangslage
Die NRWZ ist eine Online-Zeitung im Landkreis Rottweil, an der – wenn es um regionale Online-Werbung geht – kaum ein Werbetreibender vorbeikommt. Die regionalen Banken und Immobilienfirmen zählen praktisch zu ihren Stammkunden.
Auch für Kleinstunternehmer ist es von Zeit zu Zeit notwendig, Werbung zu schalten. Die NRWZ bietet sich dafür auf den ersten Blick an. Doch lohnen sich Aufwand und Investition? Wird man überhaupt wahrgenommen, oder geht die eigene Anzeige in der Flut der Dauerkunden unter?
Ich habe mich auf das Wagnis eingelassen und zwei Produkte nacheinander gebucht:
- Versuch 1: das Paket „Doppelbuchung Kopfbanner & Seitenleiste Topposition“ für 189 Euro pro Woche
- Versuch 2: in der darauffolgenden Woche die „Werbegrafik unter der Hauptmeldung“ für 44 Euro pro Woche
Die meisten Leser gelangen über das Smartphone zur NRWZ. Deshalb ist die Topposition in der Seitenleiste eine der wichtigsten Werbepositionen. Das Kopfbanner verursachte nur geringe Mehrkosten, also habe ich es gleich mitgebucht.
Versuch 1: Kopfbanner & Seitenleiste Topposition
Das Schalten der Anzeige verlief problemlos, und der Kundenkontakt war äußerst freundlich. Die Anzeige lief von Mittwoch, dem 31.08.2022, bis Donnerstag, dem 08.09.2022. Für das Kopfbanner musste die Anzeige im Format 1200 x 300 Pixel bereitgestellt werden, für das Seitenbanner im Format 460 x 600 Pixel.


Ernüchterung stellt sich ein
Im Laufe des Mittwochs wurden meine Anzeigen geschaltet. Das Kopfbanner erschien wie erwartet im Wechsel mit den anderen Werbekunden. Die Positionierung des Seitenbanners entsprach dagegen keineswegs meinen Vorstellungen.
Zunächst dachte ich an einen Fehler der Anzeigenredaktion: Es sah aus, als wäre mein Seitenbanner auf der Startseite in die Rubrik „Seitenleiste unten“ gerutscht, denn es wurde regelmäßig ganz unten auf der Startseite eingeblendet. Eine Nachfrage bei der Anzeigenredaktion ergab jedoch, dass alles korrekt war.
Betrachtung auf dem Desktop
Auf einem großen PC-Bildschirm wurde das Kopfbanner regelmäßig eingeblendet, meine Anzeige in der Seitenleiste dagegen nie. Bei der Doppelbuchung war das zu erwarten, da das Kopfbanner nur auf Desktops und Tablets angezeigt wird.
Betrachtung auf dem Smartphone
Auf dem Smartphone erschien mein Seitenbanner sehr oft ganz unten auf der Startseite (siehe Scrollshots unten). Dort war es praktisch unsichtbar, denn so weit scrollt kaum ein Smartphone-Nutzer. In der Anzeigestatistik zählten diese Einblendungen trotzdem als „Impressionen“ – obwohl die Werbung an dieser Position vermutlich kaum jemand gesehen hat.
Innerhalb von NRWZ-Artikeln erschien das Banner gelegentlich wie erwartet zwischen dem ersten und zweiten Absatz, ging dort aber in der Fülle der anderen Werbeanzeigen unter.
Das Kopfbanner war auf dem Smartphone wie erwartet nicht zu sehen.
Was die Anzeigestatistik zeigt – und was nicht
Als Werbekunde erhält man eine Statistik über die Anzahl der Einblendungen und die Anzahl der Klicks auf das Werbebanner.
Für die Werbewirkung ist diese Statistik aus meiner Sicht nur bedingt aussagekräftig: Sie zeigt zwar, wie oft die Anzeige eingeblendet wurde, aber nicht, an welcher Position. Mein Banner „Seitenleiste Topposition“ wurde sehr oft ganz unten auf der Startseite eingeblendet. Die so entstandenen „Impressionen“ waren für mich kaum werbewirksam, gingen aber genauso in die Statistik ein.



Zwischenfazit nach einer Woche „Kopfbanner & Seitenleiste Topposition“
- Auf Desktop und Tablet wurde das Kopfbanner regelmäßig eingeblendet.
- Auf mobilen Geräten erschien das Seitenbanner innerhalb eines Artikels nur sehr sporadisch an der vorgesehenen Stelle.
- Auffällig oft wurde das Seitenbanner ganz unten auf der Startseite eingeblendet – also dort, wohin kaum ein Smartphone-Nutzer scrollt.
Für Kleinstunternehmen ist das Paket „Doppelbuchung Kopfbanner & Seitenleiste Topposition“ nach meiner Erfahrung wenig werbewirksam. Eine einzelne Ameise wird im Ameisenhaufen schlicht und einfach nicht gesehen. Die Werbung war für mich umsonst, aber leider nicht kostenlos.
Tipp für Werbekunden: Die Statistik zählt auch „Impressionen“ des Seitenbanners, wenn es sehr weit unten platziert ist und damit praktisch unsichtbar bleibt. Die reine Zahl der Einblendungen sagt deshalb wenig über die tatsächliche Sichtbarkeit aus.
Versuch 2: Werbegrafik unter der Hauptmeldung
In der zweiten Woche buchte ich das Produkt „Werbegrafik unter der Hauptmeldung“. Dafür habe ich das Kopfbanner auf 1100 x 300 Pixel verkleinert.
Die Schaltung war erneut problemlos per E-Mail möglich. Die Anzeige lief von Mittwoch, dem 07.09.2022, bis Donnerstag, dem 15.09.2022.

Betrachtung auf Desktop und Smartphone
Auf Desktop und Smartphone wurde das Werbebanner bei jedem Aufruf der Startseite eingeblendet. Vermutlich war ich in dieser Woche der einzige Kunde, der dieses Produkt gebucht hatte. Das Format 1100 x 300 Pixel ist für die Darstellung auf dem Desktop ideal, auf dem Smartphone wirkt es dagegen etwas verloren.
Zwischenfazit zu Versuch 2
Mit der „Werbegrafik unter der Hauptmeldung“ war ich zufriedener als mit dem Paket „Doppelbuchung Kopfbanner & Seitenleiste Topposition“. Egal, ob ich an dieser Position der Platzhirsch bin oder sie mit anderen Werbekunden teilen muss: Die Werbegrafik unter der Hauptmeldung ist für mich besser sichtbar als die Seitenleiste Topposition und war für mich werbewirksamer.
Fazit nach zwei Wochen Werbung in der NRWZ
Im Vergleich zu anderen Online-Zeitungen ist die Werbung in der NRWZ sehr günstig.
- Die „Werbegrafik unter der Hauptmeldung“ würde ich erneut buchen. Sie bietet für mich das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis.
- Die „Seitenleiste Topposition“ werde ich nicht wieder buchen. In dieser Position war ich zu wenig sichtbar. Sehr irritiert haben mich auch die Einblendungen ganz unten auf der Startseite, die zwar „Impressionen“ für die Statistik erzeugten, aus meiner Sicht aber kaum werbewirksam waren.
Laut Anzeigestatistik kamen in den zwei Wochen folgende Zahlen zusammen:
- Seitenbanner (Versuch 1): 53.507 Impressionen, 82 Klicks
- Kopfbanner (Versuch 1): 4.566 Impressionen, 31 Klicks
- Werbegrafik unter der Hauptmeldung (Versuch 2): 44.672 Impressionen, 81 Klicks



Insgesamt konnte ich mich während der zweiwöchigen Werbung über 194 Klicks freuen. Im Vergleich zu einer Postwurfsendung an 200 ausgewählte Unternehmen, bei der 95 % der Briefe direkt im Müll landen, ist die Onlinewerbung für mich deutlich effektiver.

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